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Michelle Wetzel: Upper Middle Bogan: Review der Pilotepisode

Spoilerwarnung – Diese Meldung kann Hinweise auf die Fortführung der Handlung enthalten!

Upper Middle Bogan
Der Cast der australischen Serie „Upper Middle Bogan“
(c) ABC1
Thordes Herbst am Dienstag, 3.September 2013 18.00 Uhr

In der Comedy Upper Middle Bogan kollidiert die wohlbehütete Mittelschicht mit den kulturlosen Auswüchsen des Proletentums in Australien. Trotz eines Haufens von Klischees vergeht die Auftaktepisode wie im Fluge. Das liegt auch an der sympathischen Protagonistin.

Die Grundprämisse der neuen australische Comedyserie „Upper Middle Bogan“ klingt wenig verlockend. So muss Bess Denyar (Annie Maynard) – die mitsamt ihrer Familie im gehobenen Mittelstand („Upper Middle Class&ldquo verortet ist – feststellen, dass sie adoptiert ist. In Wahrheit ist sie zu allem Überfluss von einem Paar sogenannter „Bogans“ in die Welt gesetzt worden. Das australische Wort beschreibt gemeinhin Proleten, die sich saufend und kulturfern durchs Leben schlagen.

Die Serienneuheit hat sich mit den Mitgliedern dieser Bevölkerungsgruppe fraglos dankbare Opfer gesucht, über deren Umgangsformen man sich mit einem überheblichen Grinsen lustig machen könnte. Doch anstatt Bess’ leibliche Eltern Wayne (Glenn Robbins) und Julie Wheeler (Robyn Malcolm, „Top of the Lake&ldquo und ihre Sippe aus „Drag Racern“ zu eindimensionalen Buhmännern (und -frauen) zu stilisieren, werden sie in der Auftaktepisode durchaus sympathisch dargestellt.

Upper Middle

I have felt there is something wrong with me every day of my life“, sagt Bess entrüstet, nachdem ihre garstige Mutter Margaret Denyar (Robyn Nevin) ihr endlich notgedrungen die Wahrheit über die Adoption beichtet. Glücklicherweise sind Sätze wie dieser, die in ihrer abgegriffenen Natur oft einen gekünstelten Eindruck machen, in „Upper Middle Bogan“ eher die Seltenheit. So tragen die Dialoge, in denen sich der turbulente Alltag von Bess, ihrem Mann Danny (Patrick Brammall) und den beiden ungleichen Zwillingen Oscar (Harrison Feldman) und Edwina (Lara Robinson) widerspiegelt, meist einen spitzfindigen Charme in sich.

Auch wenn die offenkundige Dummheit des jungen Teenagers Oscar vielleicht etwas zu platt zur Schau gestellt wird – er kann 13 und 13 nicht addieren -, schließt man ihn und seine etwas altkluge Schwester doch unweigerlich ins Herz. Die geschwisterlichen Streitereien wirken dabei ebenso natürlich wie die Hypochondrie und die immerwährende Nervosität der Protagonistin Bess. Das liegt hier allerdings in erster Linie in dem überzeugenden und liebenswerten Schauspiel der Annie Maynard begründet.

4.9.13 16:57

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